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Der Islam in der Gegenwart / Hrsg. Werner Ende; Udo Steinbach. – 5., aktualisierte und erw. Aufl. – Bonn : Bundeszentrale für politische Bildung, 2005. - 1064 S. (Schriftenreihe; Bd. 501)
ISBN 3-89331-625-6

Dieses erstmals 1984 erschienene Standardwerk wurde 2005 in der nunmehr 5. Auflage in aktualisierter und erweiterter Form neu veröffentlicht. Inhaltlich gliedert sich der Band in drei Hauptteile, die nachfolgend kurz vorgestellt werden sollen:
Der erste Teil bietet einen historischen Überblick über die Entstehung und Ausbreitung des Islam. Beginnend mit dem Wirken Mohammeds werden darin die Wurzeln dieser Religion, die Expansionsbestrebungen und ersten Eroberungskriege (durch die der Islam rasch zu einer Weltreligion aufstieg), konfessionelle Spaltungen und die Bildung erster islamischer Nationalstaaten geschildert. Darüber hinaus widmen die Autoren sich auch Fragen von Theologie und Recht im sunnitischen und schiitischen Islam sowie den islamischen Erneuerungsbewegungen und fundamentalistischen Strömungen. Das abschließende Kapitel liefert Zahlen und Informationen zum gegenwärtigen globalen Anteil der Muslime und ihrer konfessionellen Zugehörigkeit (aufgrund der schwierigen Quellenlage bzw. widersprüchlicher Aussagen in den verwendeten Quellen konnte hier ein Anspruch auf absolute Zahlengenauigkeit nicht erfüllt werden).
Der zweite und umfangreichste Teil befasst sich mit der politischen Rolle des Islam in der Gegenwart. Hier liegt der eigentliche Schwerpunkt des Buches und so findet sich, über runde 600 Seiten verteilt, eine Vielzahl von Unterthemen: Die islamische Ökonomie und Rechtsentwicklung werden ebenso erläutert wie die innerislamische Diskussion um Säkularismus, Demokratie und Menschenrechte und die Situation der Frauen. Weitere Kapitel behandeln: Islamismus, Bruderschaften, Volksislam, Sekten und Sondergruppen, internationale islamische Organisationen, Islam in der Diaspora sowie Umgang mit nichtislamischen Minderheiten. Anhand von 24 ausgewählten Ländern wird die stark variierende Stellung des Islam in modernen Staatsformen vorgeführt.
Der dritte Teil widmet sich der islamischen Kunst und Kultur der Gegenwart. Darin werden die Geschichte des Orientalismus, aber auch Themen wie lokale Traditionen des Islam, islamische Idiome und der Islam im Spiegel zeitgenössischer Literatur muslimischer Völker (von koraninspirierten Stoffen bis zu Sozialkritik und moderner fundamentalistischer Belletristik) behandelt. Auch zeitgenössische Malerei, Graphik und Architektur (Entwicklung der modernen Kunst, Kunst als Spiegel der ideologischen Entwicklung, Tradition und „Verwestlichung“, stilistischer Übernationalismus als Reaktion auf kulturelle Entwurzelung, islamische Industriebauarchitektur) werden dem Leser nahe gebracht. 
Der Anhang enthält: umfangreiche Anmerkungen sowie ein Literaturverzeichnis zu jedem einzelnen Kapitel, Erläuterungen zu Umschrift und Aussprache, Personen-, Sach- und geographisches Register, Kurzinfos zu den Autorinnen und Autoren.
Die Herausgeber beabsichtigten, mit diesem Band ein umfassendes Handbuch vorzulegen, das sich sowohl an interessierte Laien wie auch an Studierende wendet. Die Beiträge präsentieren den aktuellen Forschungs- und Wissensstand in sachlicher Form, die Darstellung wird möglichst verständlich gehalten und die fachspezifische Terminologie auf ein Minimum beschränkt. Für die 5. Auflage wurde das Themenspektrum der Aktualität und den veränderten Interessenschwerpunkten der Leser angepasst. So wurde u. a. das Kapitel „Der Islam in der Diaspora“ erweitert und auch die spätestens seit dem 11. September 2001 gestiegene Bedeutung des militanten Islamismus und Terrorismus in verstärktem Maße berücksichtigt.

Thomas Wagner