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Gündoğdu, Hatice:
Kampf der Kulturen? : zwei Frauen gestalten Integration
/ Hatice Gündoğdu;
Ulrike Zenk. Vorwort Ahmet Toprak. – Norderstedt : Books on Demand, 2008. –
145 S.
ISBN: 978-3-8370-4961-9

„Wenn jede hundertste Person so eine Freundin hätte wie dich, hätten wir keine Probleme mehr“, (S. 96) schreibt die 1978 als Kind einer türkischen Einwanderfamilie in Deutschland geborene Hatice Gündoğdu  an die Erziehungswissenschaftlerin Ulrike Zenk, Jahrgang 1952. Beide arbeiten als engagierte Lehrerinnen am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg mit Integrationsklassen im Sauerland. Ihr Ziel ist es, den Integrations- und Verständigungsprozess an ihrem Berufskolleg zu verbessern und weiterzuentwickeln.
„Da nicht nur zwei unterschiedliche Frauengenerationen aufeinandertreffen, sondern auch zwei unterschiedliche kulturelle Prägungen“ (S. 8) beschließen die beiden Frauen „einen Prozess des Verstehen-Lernens zu probieren.“ (S. 17) In elf sehr persönlichen Briefen erzählen sie von ihrem Kennenlernen als Arbeitskolleginnen und von der Entwicklung ihrer Freundschaft. Sie spüren zwischen sich eine deutliche „kulturelle Differenz“. (S. 125)  Dieser Umstand des interkulturellen Charakters der Beziehung der Briefschreiberinnen zueinander prägt ihre Freundschaft und ihren Briefwechsel.
Sie vermitteln Momente ihrer  Freundschaft und schildern ihre Neugier und ihr Interesse, fremde Kulturen kennenzulernen. Sie zeigen auf, dass die Reflexion dieser Kennenlern-Prozesse ein wichtiges Prinzip der Integration ist.
Sie beschreiben ferner, wie sie im Rahmen ihrer Tätigkeit als Lehrerinnen versuchen, Integration an ihrem Arbeitsplatz Schule zu gestalten. Beide reflektieren diese Arbeit aus ihrer jeweils eigenen Perspektive. Sowohl H. Gündoğdu als auch U. Zenk  begreifen Integration ganz authentisch und konkret als eine allseits bereichernde,
aufwändige pädagogische Arbeit.
Das Buch sei vor allem Lehrkräften, Sozialarbeitern und ErzieherInnen empfohlen.

J. Bönkost; G. Jonas