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Turbulente Ränder : neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas / Hrsg. Forschungsgruppe Transit Migration. – 2., unveränd. Aufl. – Bielefeld : transcript Verl., 2007. – 247 S. : Abb. – (Kultur und soziale Praxis)
ISBN 978-3-89942-781-3

Das Forschungsteam TRANSIT MIGRATION hat in zweijähriger Feldforschungsarbeit eine bisher kaum erforschte Migrationslandschaft untersucht: den Südosten, den anderen „Rand“ Europas (S. 7). Orte, die zumeist nicht im Fokus der Aufmerksamkeit liegen: in Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei. Migranten haben hier fast unkontrollierbare Migrationsrouten etabliert.
Wie auf EU-Ebene und in der jeweiligen regionalen Praxis diese Migrationsbewegungen gesteuert und regiert werden, ist u.a. Gegenstand dieses Forschungsprojekts. Die Wissenschaftler entwickelten dafür ein interdisziplinäres Verfahren: die ethnografische Regimeanalyse (S. 13). Sie macht es möglich, „die Migration als ein soziales Verhältnis zu fassen, sie nicht nur als ,Objekt’ eines technisch verstandenen Vorgangs institutioneller Bearbeitung zu konzipieren, sondern die dynamische Kraft, die von ihr ausgeht, in die Analyse eines Migrationsregimes einzubeziehen.“ (S. 13)
Der Beitrag „Autonomie der Migration“ (S. 203-209) von Manuela Bojadžijew und Serhat Karakayali fasst die zentrale Idee des Forschungsprojekts mit dem einleitenden Satz zusammen: „Das Wort Transit bedeutet hindurchgehen, aber auch darüber hinausgehen.“
Dabei werden aus Flüchtlingen aktive Subjekte mit Visionen von einem besseren Leben und aus Behörden Institutionen, die dem Migrationsgeschehen häufig nicht gewachsen sind.
Mit  ihren Konzepten vom Transnationalismus und der Autonomie der Migration als methodische Voraussetzungen entwickeln die Wissenschaftler neue Perspektiven für die Forschung und Praxis der Migration.
Bibliografie (S. 229-243), Autorenverzeichnis.

Gisela Jonas