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Karakayali, Serhat:
Gespenster der Migration : zur Genealogie illegaler Einwanderung in der Bundesrepublik Deutschland
/ Serhat Karakayali. – Bielefeld : transkript Verl., 2008. – 291 S. – (Kultur und soziale Praxis)
ISBN 978-3-89942-895-7

Der Autor, Soziologe und Politikwissenschaftler, ist Mitglied des Forschungsnetzwerkes TRANSIT MIGRATION (s.o. „Turbulente Ränder“). Karakayali zeigt in dieser Studie auf, wie der Wandel illegaler Migration immer auch mit Folgen für das bundesdeutsche Migrationsregime verbunden ist. Einführend referiert der Autor den aktuellen Forschungsstand zur illegalen Migration in Deutschland.
Es schließt ein sozialhistorischer und genealogischer Rückblick an. Der Wissenschaftler untersucht hier, inwiefern die Aussage „bei den frühen Bettlern, Vagabunden und Mobilen habe es sich um eine historische Form der heutigen Illegalen gehandelt. … [Er] prüft diese Analogie und arbeitet Momente der Transformation der historischen Mobilität in die gegenwärtigen Formen von Migration heraus.“ (S. 20)
In den folgenden Kapiteln werden die verschiedenen Migrationsregime der Bundesrepublik Deutschland, die vom Gastarbeits-, über das Asylregime bis zum gegenwärtigen Regime der der illegalen Migration reichen, dargestellt.
Im letzten Kapitel „Viktimisierung – oder die unmöglichen Subjekte der Migration“ (S. 227-250) thematisiert der Autor die Kriminalisierung der Migration. Die Viktimisierung der Migration in kriminelle Täter und leidende Opfer (Menschenhandel, Schleusung, Fluchthilfe, illegale Arbeitssklaven, Trafficking) gibt den Behörden die Möglichkeit, die Bekämpfung der Migration als humanitäre Maßnahme zum Schutz der unschuldigen Opfer gegenüber organisierter Kriminalität darzustellen.
Für seinen weitgespannten theoretischen Diskurs um illegale Migration greift Karakayali auf viele unterschiedliche Quellen zurück: historische Forschungen über Landflucht und Vagabundage, ministerielle und behördliche Akten, Rechtsnormen, Gesetze und Verwaltungsvorschriften, Sekundärliteratur sowie journalistische Beiträge.
Anliegen des Wissenschaftlers ist es, „theoretische Überlegungen aus dem Zusammenhang der Migrationstheorie mit solchen aus der Staatstheorie zu verknüpfen und neue Fluchtlinien für eine Untersuchung von Migration zu entwickeln.“ (S. 18)
Umfangreiches Literaturverzeichnis (S. 260-291)

Gisela Jonas