10.09.2006:
René Stadtkewitz, Kreisvorsitzender der CDU in Pankow, gerät nach einem in der rechtsgerichteten Wochenzeitung Junge Freiheit veröffentlichten Interview in die öffentliche Kritik. Aus der Sicht des Verfassungsschutzes vertritt die Zeitung antidemokratische und fremdenfeindliche Positionen und gilt als wichtigste Publikation intellektueller Rechtsextremisten. In dem Interview kritisiert Stadtkewitz die Pankower PDS, SPD und Grünen wegen ihrer Haltung zum geplanten Moscheebau und zieht Parallelen zu der politischen Situation in der DDR.
Der Umgang von BVV und Bezirksamt mit den Gegnern der Moschee habe „mit einer Demokratie nichts mehr zu tun“, sagte Stadtkewitz der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. ...
(Der Tagesspiegel, 10.09.2006)
... Klaus Wowereit hat den Pankower CDU-Politiker gestern stark kritisiert. Im Streitgespräch der Berliner Morgenpost mit dem CDU-Spitzenkandidaten Friedbert Pflüger sagte Wowereit: "Wenn jemand dem intellektuellen Kampfblatt der rechten Szene ein Interview gibt und darin Parolen loslässt, dann bekomme ich Angst." Auch Pflüger distanzierte sich von dem Interview des Pankower CDU-Politikers. "Das darf nicht passieren, das war ein Fehler", sagte er. ...
(Berliner Morgenpost / Die Welt, 12.09.2006)
14.09.2006:
Am Abend findet eine weitere von der Pankower Bürgerinitiative 'Ipahb' veranstaltete Demonstration gegen den geplanten Moscheeneubau statt. Obwohl die Initiative sich auch diesmal wieder von rechtsextremistischen Organisationen distanziert hat, beteiligen sich Vertreter der neonazistische NPD, der Republikaner, der rechtsgerichteten Bürgerbewegung Pro Deutschland und einiger Neonazi-Kameradschaften an der Demonstration. Das Bezirksamt Pankow reagiert auf die Veranstaltung mit der Aktion "Interkulturelle Vielfalt statt nationaler Einfalt": An der Fassade des Rathauses Pankow wehen als Symbol für die kulturelle Vielfalt des Bezirks die Flaggen von 60 Staaten.
... Moschee-Gegner einer Heinersdorfer Initiative ziehen ab 18 Uhr vom geplanten Standort in der Tiniusstraße zum Rathaus Pankow. Die NPD ruft ihre Mitglieder auf, sich mit Deutschlandfahnen daran zu beteiligen. Auch die rechtsgerichtete Bürgerbewegung Pro Deutschland beteiligt sich daran. ...
(Berliner Zeitung, 14.09.2006)
... Auf Bitten der in der Bezirksverordneten-Versammlung vertretenen Parteien soll ein "wirksames Zeichen" gegen die für den Abend angekündigte Demonstration der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger gesetzt werden. ...
(Berliner Morgenpost, 14.09.2006)
... Unter den Zug von Bewohnern des Viertels mischten sich auch knapp 100 bekannte Rechtsextremisten, darunter führende Funktionäre der NPD, der Republikaner und einzelner Neonazi-Kameradschaften. ...
(Der Tagesspiegel, 15.09.2006)
... Es war die dritte Demonstration der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB). Auch Republikaner und NPD sowie Vertreter der rechtsgerichteten Bürgerinitiative Pro Deutschland hatten zur Teilnahme aufgerufen. Gekommen waren unter anderem der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt und der Berliner Republikaner-Chef Peter Warnst. ...
(Berliner Zeitung, 15.09.2006)