Oktober 2008


Abschluß unserer Dokumentation / Eröffnung der Moschee:

Am Abend des 16.10.2008 wird die Khadija-Moschee in Berlin-Heinersdorf mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet. Unter den ca. 250 geladenen Gästen der Einweihungsfeier befinden sich u. a. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, Berlins Integrationsseantorin Heidi Knake-Werner und der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening. Die Veranstaltung wird von einer Protestkundgebung der in der Bürgerinitiative Ipahb organisierten Moscheegegner begleitet; Moscheebefürworter demonstrieren zuvor mit einer Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Die genehmigten Demonstrationen verlaufen friedlich, eine zunächst geplante Kundgebung der NPD war kurzfristig abgesagt worden.

... Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde hat ihren Moschee-Neubau im Ostteil Berlins feierlich eröffnet. ...
(RBB, 16.10.2008 mit Videobericht von der Eröffnung; bei RBB Online findet sich ferner auch ein informatives Dossier zur Khadija-Moschee: Link)

Unter dem Titel "Gratulation! Zur Moschee in Berlin-Heinersdorf" kommentiert Claudia Keller im Tagesspiegel nicht nur die Eröffnung der neuen Moschee in Heinersdorf:
... Man kann den Ahmadiyya, den Sunniten und Schiiten, die in Deutschland Gebetshäuser errichten, mit Kuppeln oder ohne, getrost zur Einweihung gratulieren. Gleichwohl sollte man sie nicht aus der Verantwortung entlassen, sich für gute Nachbarschaft zu engagieren, offen für Diskussionen und Andersdenkende zu sein und sich dadurch zumindest ein Stück weit für die Werte einzusetzen, die die neuen Bauten ermöglichen. ...
(Der Tagesspiegel, 16.10.2008)

... Rund 200 geladene Politiker, Vertretern aller großen Religionsgemeinschaften, Unterstützer und Nachbarn der Moschee feierten die Eröffnung im mit Koranversen geschmückten Kuppelsaal des Gotteshauses, verfolgt von Dutzenden Journalisten und Kamerateams aus aller Welt. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) begrüßte den Bau als Ausdruck der Religionsfreiheit in Deutschland und appellierte an Nachbarn und Gegner der Moschee, aber auch an die Ahmadiyya-Gemeinde, sich mehr um gegenseitiges Verständnis zu bemühen. ...
(Der Tagesspiegel, 17.10.2008)

... Heidi Knake-Werner, Senatorin für Integration (Linke), beglückwünschte die Gemeinde im Namen des Senats für ihre neue Moschee. „Das ist der Abschluss einer hitzigen und entwürdigenden Debatte, ob dieses Haus überhaupt gebaut werden kann.“ ...
(Berliner Zeitung, 17.10.2008)

... Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) beglückwünschte die Gemeinde. Die Moschee stehe für religiöse und kulturelle Toleranz in der Stadt, erklärte er. "Es ist wichtig, dass Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft im Dialog sich besser kennenlernen und Vorurteile abbauen." ...
(Die Tageszeitung, 17.10.2008)

... Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte mit Blick auf die Bürgerproteste, ein Stopp des Moscheebaus sei für ihn nicht infrage gekommen. Wenn er einmal zulasse würde, dass eine Gruppierung den Bau einer Moschee, einer Synagoge oder einer Kirche verhindert, dann würde er einen Sündenfall begehen, sagte Körting Morgenpost Online mit Verweis auf die Religionsfreiheit. ...
(Berliner Morgenpost, 17.10.2008)

... Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat die Eröffnung einer Moschee im Ostteil Berlins als „wichtigen Schritt zur Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft“ gelobt. „Ich bin natürlich glücklich über die Eröffnung, weil sie zeigt, dass die lauten Stimmen gegen alles Islamische nicht repräsentativ sind für die Deutschen“, sagte OIC- Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu am Freitag am Rande einer Konferenz in der kasachischen Hauptstadt Astana der Deutschen Presse- Agentur dpa. ...
(Berliner Morgenpost, 17.10.2008)

... Auch während der Eröffnung versammelten sich Gegner des Moscheebaus in der Nachbarschaft zu einer Demonstration. Nach Polizeiangaben folgten 150 Menschen einem Aufruf der „Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger“. Doch auch rund 100 Gegendemonstranten gingen auf die Straße. 50 Menschen wollten auf Initiative des Bürgervereins Zukunftswerkstatt Heinersdorf mit einem zusammengeknüpften Stoffband ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen. An einer zweiten Gegendemonstration beteiligten sich nach Polizeiangaben später nochmals mehr als 50 Bürger. Alle Demonstrationen verliefen der Polizei zufolge friedlich. ...
(Die Welt, 16.10.2008)

Bei der FAZ findet sich ein weiterer Videobericht zum Thema: Link

Wir beenden damit unseren chronologischen Überblick. Doch der Streit um die Moschee hält nach wie vor unvermittelt an und auf eine konstruktive Verständigung beider Parteien bleibt weiterhin zu hoffen.

Quelle: http://www.aric.de/themen/moscheebau/chronologie/oktober_2008/