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Juni 2006


07.06.2006:

Die Bürgerinitiative "Interessengemeinschaft Pankow Heinersdorfer Bürger" veranstaltet eine Kundgebung gegen den geplanten Moscheebau, etwa 1.500 Menschen nehmen daran teil. Obwohl die Bürgerinitiative sich öffentlich von der NPD und anderen neofaschistischen Gruppierungen distanziert, nehmen auch zahlreiche Rechtsextremisten an der Demonstration teil, u. a. der Pankower NPD-Kreisvorsitzende Jörg Hähnel. Antifaschistische Gruppen und die Berliner WASG veranstalteten unter dem Motto "Schluß mit der Hetze gegen den Moscheebau in Berlin-Pankow!" eine Gegenkundgebung.
Zeitgleich wurde von der Pankower Bürgerinitiative ein neuer Antrag auf ein Bürgerbegehren gegen die Ahmadiyya-Moschee eingereicht.

T-Shirts mit Namen rechtsextremer Bands wie 'Höllische Saat', Aufkleber der NPD 'Nein zur Moschee', Jacken mit Neonazi-Symbolen wie von Thor Steinar - deutlich sichtbar beteiligten sich mehrere Dutzend Neonazis gestern Abend an der Demonstration einer Bürgerinitiative gegen den Bau einer Moschee im Ortsteil Heinersdorf. ...
(Berliner Zeitung, 08.06.2006)

... Eine junge, zierliche Frau wies einen bulligen, augenscheinlich angetrunkenen Rechten nach einem ausländerfeindlichen Verbalfoul darauf hin, dass die Mitglieder der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (Ipahb) nichts mit Nazis zu tun haben wollten. Der blitzschnelle Konter des Rechtsaußen: "Wir sind überhaupt keine Nazis. Wir sind soziale Nationalisten. ..."
(Die Tageszeitung, 09.06.2006)

Die Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger" (Ipahb) fühlt sich politisch missbraucht. Denn ihren Widerstand gegen den Bau einer Moschee an der Tiniusstraße unterstützen nicht nur viele Anwohner, sondern auch rechtsextreme Parteien. ...
(Berliner Zeitung, 14.06.2006)


14.06.2006:

Die Reinickendorfer CDU-Verordneten verurteilt gemeinsam mit allen anderen im Bezirksparlament vertretenen Parteien "alle Bestrebungen, die den Bau von Gotteshäusern verfassungsgemäß agierender Religionsgemeinschaften verhindern wollen". 

... Mit der Erklärung stellen sich die konservativen Christdemokraten offen gegen CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger. ...
(Berliner Zeitung, 16.06.2006)  


25.06.2006:

Polizei und Feuerwehr beenden in der Nacht zum 25.2006. eine illegale Protestaktion gegen den geplanten Moscheebau. Zugleich ruft die Bürgerinitiative 'Ipahb' für den 28.06.2006 zu einer weiteren Demonstration auf. Die Ahmadiyya-Gemeinde hält trotz der Proteste nach wie vor an ihrem Bauvorhaben fest.

 ... "Keine Terrorzellen in Deutschland", stand auf einem Plakat, das Unbekannte an einen Schornstein gehängt hatten, der auf einem Baugrundstück an der Tiniusstraße steht. ... Außer dem Plakat entfernte die Feuerwehr auch eine Flagge des deutschen Kaiserreichs von dem Schornstein. ...
(Der Tagesspiegel, 26.06.2006)


29.06.2006:

Auch das zweite Bürgerbegehren der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau ist gescheitert. Die Senatsinnenverwaltung kam abermals zu dem Ergebnis, daß das Bürgerbegehren gegen die Religionsfreiheit verstößt und damit verfassungswidrig ist. 
Die Berliner Zeitung berichtet: Link

Die Evangelische Kirchengemeinde Pankow, der jüdische Kulturverein, der Bezirk sowie die Stiftung Weltethos veranstalten am Mittwoch, dem 5. Juli 2006, um 19 Uhr eine Gesprächsrunde mit dem Imam der Ahmadiyya Gemeinde (Veranstaltungsort ist die Pfarrkirche, Breite Straße 38).
Die Welt berichtet: Link
Der Tagesspiegel berichtet: Link

Wie geplant findet am Abend im Pankower Stadtteil Heinersdorf eine erneute Demonstration gegen den Moscheebau statt. Die veranstaltende Bürgerinitiative 'Ipahb' hatte sich in ihrem Aufruf ausdrücklich von extremistischen Gruppen distanziert , was NPD und REPs jedoch nicht daran hinderte, sich abermals an der Kundgebung zu beteiligen. Die 'Ipahb' kündigt ferner an, nun 100.000 Postkarten mit dem Motto "Nein zur Moschee" verschicken zu wollen.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit kritisiert im Abgeordenetenhaus die Initiatoren der Demonstration und bezeichnet die andauernden Proteste gegen den Moscheebau als nicht hinnehmbar.

... Ein Sprecher der Interessengemeinschaft rief vor Beginn der Demonstration per Megaphon NPD-Mitglieder und Republikaner sowie andere Rechtsradikale auf, sich an das Ende des Zuges zu begeben. ...
(RBB, 30.06.2006)

... Der rassistisch gefärbte Kulturkampf in Berlin-Heinersdorf gegen den Neubau einer Moschee geht in eine neue Runde ...
(Junge Welt, 01.07.2006)

... Der Heinersdorfer Bürgerinitiative, die zur Demonstration aufgerufen hatte, war es nicht gelungen, rechtsextreme Jugendliche und Mitglieder von NPD und Republikanern fern zu halten. ...
(Berliner Zeitung, 30.06.2006)

... Klaus Wowereit (SPD) betonte gestern im Abgeordnetenhaus, daß die andauernden Proteste einiger Moschee-Gegner nicht hinnehmbar seien. Es gebe keine "No Go-Areas für Moscheen in Berlin", so Wowereit. ...
(Berliner Morgenpost, 30.06.2006)

Unter dem Titel "Allahs Grenzgänger" veröffentlicht der Tagesspiegel ein Porträt des Sprechers der deutschen Ahmadiyya-Gemeinde, Hadayatullah Hübsch. Gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern erarbeitet Hübsch derzeit eine aufklärende Broschüre, die an alle Heinersdorfer Haushalte verteilt werden soll.

 ... "Wir schotten uns nicht ab", ist die Botschaft, die Hübsch verbreiten möchte, "wir reden mit jedem, der das will". ...
(Der Tagesspiegel, 29.06.2006)