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Februar 2007
24.02.2007:
Anhänger der NPD versammeln sich unter dem Motto "Boykottiert den Moscheebau" zu einer Protestaktion, Mitglieder der Bürgerinitiative "Heinersdorf öffne dich" veranstalten eine Gegenkundgebung. Es kommt zu keinerlei Ausschreitungen.
... Mit einer Mahnwache unter dem Motto "Boykottiert den Moscheebau" haben gestern Anhänger der NPD in Pankow gegen den geplanten Bau eines muslimischen Gotteshauses im Stadtteil Heinersdorf protestiert. An der behördlich genehmigten Demonstration, die gegen 10.30 Uhr an der Prenzlauer Promenade Ecke Rothenbachstraße begonnen hatte, haben sich nach Polizeiangaben lediglich zehn Personen beteiligt. ...
(Berliner Morgenpost, 25.02.2007)
... Etwa 40 Mitglieder der Initiative "Heinersdorf öffne dich!"protestierten am Sonnabend mit einer Kundgebung gegen eine NPD-Mahnwache an der Tiniusstraße/Prenzlauer Promenade. ...
(Berliner Zeitung, 26.02.2007)
27.02.2007:
Vertreter der Bürgerinitiative 'Ipahb' übergeben während der öffentlichen Bürgersprechstunde dem Pankower Bezirksbürgermeister Köhne (SPD) 6000 auf Postkarten gesammelte gesammelte Unterschriften gegen den Moscheebau.
28.02.2007:
Unter dem Titel "Es ist egal, wo wir planen. Niemand will eine Moschee." widmet sich das Hamburger Abendblatt in einem Artikel dem Berliner Moscheestreit: Link
März 2007
14.03.2007:
Mit einer Anzeige wegen "Körperverletzung durch Freisetzung von asbestverseuchtem Abbruchstaub" erwirken Anwohner der Tiniusstraße bei der zuständigen Aufsichtsbehörde eine kurzfristige Unterbrechung der Bauarbeiten. Der Baustop wird jedoch schon am nächsten Tag wieder aufgehoben.
... Die Arbeiten würden durch die Abrissfirma auf dem Areal Tiniusstraße 5-8 entsprechend der gültigen Umwelt-, Arbeitsschutz- und Baugesetze fortgesetzt. Auch der Abriss des Schornsteins auf dem einstigen Industrieareal werde in der kommenden Woche erfolgen. Erst dann bestehe die notwendige Baufreiheit für den Neubau der Khadija-Moschee mit einem 15 Meter hohen Minarett....
(Berliner Morgenpost, 18.03.07)
20.03.2007:
Der Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) äußert sich in einem Interview mit der Berliner Zeitung zum Heinersdorfer Moscheestreit: Link
21.03.2007:
Auf die Heinersdorfer Moscheebaustelle der Ahmadiyya-Gemeinde wird ein Brandanschlag verübt. Unbekannte setzen am Abend einen Lastwagen auf dem Grundstück an der Tiniusstraße in Brand. Die Bürgerinitiative 'Ipahb' distanziert sich von dem Anschlag, die Polizei geht von einem politisch motivierten Anschlag aus.
... Gegen 19.15 Uhr alarmierte ein Anwohner Polizei und Feuerwehr, weil aus einem von mehreren Baufahrzeugen auf dem Grundstück Flammen schlugen. Ein Kipplaster brannte, verletzt wurde niemand. Die Polizei fand Hinweise auf Brandstiftung, sagte ein Sprecher. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. ...
(Der Tagesspiegel, 22.03.07)
... Nach Ansicht von Bezirksbürgermeister Köhne ist mit dem Anschlag "nun offenbar die Schwelle zur Gewalt überschritten". Jedem müsse jetzt klar sein, "dass ein friedliches Miteinander in Heinersdorf nur auf einer konstruktiven Basis möglich ist". ...
(Der Tagesspiegel, 22.03.07)
... Anwohner hatten das Feuer am Mittwoch gegen 19.15 Uhr entdeckt und Polizei und Feuerwehr alarmiert. Nachdem der Brand gelöscht war, stellte sich heraus, dass das Feuer in einem Kippfahrzeug gelegt worden war. ...
(RBB, 22.03.07)
... „Es liegt nahe, dass es ein Anschlag war“, sagte Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD). Unter den Moscheegegnern habe es in den vergangenen Wochen eine Radikalisierung gegeben. ...
(Die Welt, 22.03.07)
... Pankows Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) verurteilte als einer von vielen Politikern den Brandanschlag: "Den Gegnern der Moschee wird klar, dass ihr bisheriger Weg erfolglos war. Die Form des Anschlags zu wählen, ist entsetzlich." Köhne wie auch die Bürgerinitiative "Heinersdorf öffne Dich" forderten die Gegner auf, die bisher betriebene "geistige Brandstiftung" zu beenden, die die Stimmung angeheizt und radikalisiert hat. ...
(Die Tageszeitung, 23.03.07)
... Joachim Swietlik von der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPHAB) distanzierte sich von der Tat und nannte den Anschlag verwerflich. "Wenn wir uns wehren, machen wir das mit rechtsstaatlichen Mitteln", sagte Swietlik im Namen der Moschee-Gegner. Wer mit seiner Wut nicht wisse wohin, solle sich seinem Verein der Moschee-Gegner anschließen. ...
(Berliner Zeitung, 23.03.07)
23.03.2007:
Unter dem Motto "Kein Raum dem Rassismus" veranstaltet das Heinersdorfer Bündnis der Antifaschisten eine Demonstration am S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee, ca. 150 Menschen (darunter auch Politiker von SPD, Linkspartei.PDS und Grünen) nehmen daran teil. Es kommt zu keinen besonderen Vorkommnissen.
... "Der Brandanschlag gegen den Bau einer Moschee in Heinersdorf am Mittwoch ist der Gipfel fremdenfeindlicher Aktivitäten", sagt Antifa-Sprecher Patrick Technau. ...
(Berliner Morgenpost, 24.03.07)
26.03.2007:
Auf dem Gelände an der Tiniusstraße wird ein Schornstein gesprengt, um Platz für den Moscheeneubau zu schaffen, die Bauarbeiten sollen im Frühsommer beginnen. Gleichzeitig teilt der Imam der Ahmadiyya mit, daß die Gemeindemitglieder aus Angst vor weiteren Anschlägen die Baustelle selbst bewachen werden. Die Bürgerinitiative 'Ipahb' kündigt für Anfang Mai eine weitere Demonstration gegen den Moscheebau an.
... Um 13 Uhr fiel der Schornstein. "Damit ist endgültig Baufreiheit geschaffen, und die Moschee kann bis Mitte 2008 gebaut werden", sagt Imam Tariq von der Ahmadiyya Muslim Gemeinde Berlin. ...
(Berliner Morgenpost, 27.03.07)
... "Wir überlegen, was wir nach dem Brandanschlag in der vergangenen Woche tun können", sagte Imam Abdul Basit Tariq gestern. "Eine Möglichkeit wäre, mit Gemeindemitgliedern einen Wachdienst zu organisieren, sobald die eigentlichen Bauarbeiten beginnen." ...
(Berliner Morgenpost, 28.03.07)
... "Wir brauchen Schutz", sagt der Imam der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in Berlin, Abdul Basit Tariq. Die Gemeinde reagiert damit auf einen Brandanschlag am vergangenen Mittwochabend, als auf dem Moschee-Gelände ein Baufahrzeug brannte. ... "Wir befürchten, dass sich so etwas wiederholen könnte", sagt Imam Tariq. Nach Gesprächen mit der Polizei schicke diese ihre Streifenwagen jetzt zwar häufiger durch die Tiniusstraße, übernehme aber keine Dauerbewachung der Baustelle. Deshalb werden Ahmadiyya-Mitglieder auf dem Gelände in Zelten übernachten, wenn der Moscheebau beginnt. ...
(Berliner Zeitung, 27.03.07)
... Derzeit sind Tariq und seine Leute in ständigem Kontakt mit der Polizei. „Wenn die Gemeinde einen zusätzlichen Wachdienst initiieren will, ist das ihre Entscheidung“ sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei habe ebenfalls Konsequenzen aus dem Anschlag gezogen und ihren Schutz der neuen Lage angepasst. „Wir sind präsent.“ Demnächst soll es ein weiteres Gespräch mit der Gemeinde darüber geben, wie man vorgehen will. ...
(Der Tagesspiegel, 28.03.07)
